Eingemauert

02.07.2009 | 18:19 Uhr | von Dominic

Die DW hat eine Mini-Doku über die (Berliner) Mauer machen lassen.

Sehr beklemmend, wie ich finde. Auch unter dem Gesichtspunkt aktueller Studien und Reaktionen darauf. Das bittere Fazit: »Hauptschüler in Bayern wissen mehr über die DDR als Gymnasiasten aus Brandenburg«.

Obama-Redeort stößt wieder auf Kritik – Schwachmaten

20.07.2008 | 10:01 Uhr | von Dominic

Ich mochte meinen noch halb verschlafenen Augen heute Morgen nicht recht trauen, als ich eine noch nicht so alte Überschrift in leicht geänderter Form auf SpOn las: Obama möchte seine Rede jetzt vor der Siegessäule halten. Und wieder maulen irgendwelche Typen rum.

Obama hatte – nachdem er vom Brandenburger Tor Abstand genommen hat, weil unsere Frau Kanzlerin und noch ein paar namentlich nicht relevante Politiker irgendwas (Verwirrung?) darüber geäußert hatten. Der Ort sei zu geschichtsträchtig für eine Wahlkampfrede.

So. Und jetzt kommen doch ALLEN ERNSTES irgendwelche Schwachmaten auf die Idee, dass doch die Siegessäule als Ort auch zu geschichtsträchtig sei, undzwar im total negativen Sinne, da sie doch für Kriege gegen Dänemark, Frankreich und Österreich stünde.

Jetzt mal im Ernst. Wenn Dr. Motte da rumturnt und was von gelebter Glückseligkeit vor ‘ner million tanzender Menschen erzählt, ist das ok. Aber kommt ein gemäßigter amerikanischer Politiker – vielleicht der nächste Präsident – dann machen wir plötzlich auf todernst und alles ist zu geschichtsträchtig und mit schlechtem Mantra belastet?

Erste Bundestrojaner entdeckt

26.08.2007 | 19:13 Uhr | von Dominic

Oder wie sonst nennt man Programme, die von Computern im Kanzleramt und anderen Ministerien Daten herunterladen?

Es ist schon eine ernste (und irgendwie auch sehr peinliche, wenn auch garnicht so überraschende) Sache, vorallem im Hinblick auf die von Herrn Schäuble erwünschten Rechte im Zuge der »Onlinedurchsuchung«. Ich frage mich jedoch, was der ein oder andere deutsche Politiker sich vorstellt, was die Frau Kanzlerin bei ihrem Besuch in China groß dazu sagen und erreichen soll. Soll sie mal so richtig auf’n Tisch hau’n?

Dort wird entweder überraschend geguckt und/oder alle Vorwürfe wehement zurückgewiesen. Wie kann man denn nur! Unerhörte Frechheit! 5 Transrapids weniger gekauft nächstes Jahr! Wenn die Beteiligten dahinter nicht ganz blöd waren, kann (bis auf »irgendwo in China«) auch nicht viel mehr zur Quelle (oder viel richtiger »Siege«) gesagt werden und dann kann immernoch behauptet werden: Das war ein Wanderarbeiter/Praktikant/Neffe/Kommunist Kapitalist, der war total unzuverlässig und stank, der arbeitet hier eh nicht mehr. Wo der jetzt ist, wissen wir auch nicht. [Hier das chinesische Pendant für Müller einsetzen] hieß er.

(Neue Kategorie: Überschriften, für die ich mich irgendwann entschuldigen muss, aber nicht zurückhalten konnte)

DNA-Identifizierung: Pro und Contra

26.06.2007 | 16:32 Uhr | von Dominic

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hält zum Thema heute Abend einen Vortrag, in dem Probleme, Gefahren und Nutzen des »genetischen Fingerabdrucks« behandelt werden:

Führt die Gentechnik zu einer neuen Qualität alltäglicher Überwachung?
Werden in absehbarer Zeit DNA-Massenuntersuchungen nicht mehr auf freiwilliger Basis stattfinden?

Ort: TFH-Berlin, Haus Gauß, Hörsaal 507 (5. Stock)
Heute, 26. Juni, 19:30 – 21 Uhr
Die Veranstaltung ist kostenlos.

Leroy räumt auf

15.09.2006 | 22:09 Uhr | von Dominic

Nachtrag:
Bitte beachten: Dieser Artikel geht um den Kurzfilm »Leroy räumt auf«.
Der Kinofilm »Leroy« kommt erst am 27.09.07 in die Kinos und geht natürlich länger als 18 Minuten. :)

Originalartikel:
So ganz neu ist der Film nicht, sondern vom letzten Jahr, aber da ich ihn damals nicht verlinkt habe und grad wieder drüber drauf gestoßen bin, muss ich das ja unbedingt nachholen.

Leroy räumt auf ist ein 18 minütiger Kurzfilm um Leroy, einen afrodeutschen Jungen, der in der Nazi-Truppe des Bruders seiner Freundin Eva mitmachen soll.

Hört sich komisch an. Ist es auch ziemlich.
Selten einen Film gesehen, der nicht versucht cool zu sein, sondern es durch seine sinnreichen wie skurrilen Dialoge und Handlung einfach ist.
Also mal ein paar Minuten Zeit nehmen — für die rund 100 70 MB Download und 18 Minuten Film.

Leroy lief schon erfolgreich auf Kurzfilmfestivals und im Juli diesen Jahres auf Arte.
Diesen Sommer wurde eine Version in Spielfilmlänge gedreht, die angeblich nächsten Sommer im ZDF laufen soll.
Ich hoffe ja stark, dass die Macher wirklich genug Stoff für einen kompletten Film haben. Zutrauen tu’ ich es ihnen nach so einem Appetitanreger auf jeden Fall!

Da Leroy zu viel Traffic verursacht hat und vom Netz genommen werden musste, liegt der Film ab sofort auf unserem Server.

Platitüdenklopfen

02.08.2006 | 00:24 Uhr | von Dominic

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Zusammenfassend kann man also sagen: Rot-rot macht arm und arbeitslos, schwarz-gelb macht mehr Unternehmen und mehr Arbeitsplätze = wohlhabend. Einfach so aus dem Ärmel.

Mehr davon gibt es in der Flickr Gruppe Berliner Wahlplakate 2006.

Staatsschutz ermittelt – schonwieder

20.05.2006 | 20:50 Uhr | von Dominic

Zum zweiten Mal in dieser Woche ermittelt der Staatsschutz aufgrund von politisch motivierter Gewalt.

Gerade hatte sich der angeblich Anfang dieser Woche von 3 Glatzen verprügelte Italiener als Lügner herausgestellt, da taucht ein ähnlicher Fall auf:

»Scheiß Ausländer, scheiß Türke« sollen zwei Männer im Alter zwischen 20 und 25 Jahren gerufen haben, bevor sie gestern Abend in Lichtenberg auf den kurdischstämmigen Berliner Abgeordneten Giyasettin Sayan (Linkspartei.PDS) einschlugen.
Der 56jährige wurde mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Täter sind flüchtig, die Polizei sucht nach Zeugen.

Das genaue Motiv — ob sich die Angriffe gegen Giyasettin Sayan speziell als Kurde oder Ausländer richten oder es sich um schlichte Trittbrettfahrerei handelt — ist noch nicht bekannt.
Der Chef des Landeskriminalamts spricht gar von einer »Zufallsbegegnung, niemand konnte wissen, dass Sayan dort aus dem Auto steigt«

Links & Quellen:

»Sie sind widerlich, verpissen Sie sich!«

12.05.2006 | 10:48 Uhr | von Dominic

So gehört, gestern im sächsischen Landtag von Marko Schiemann (CDU) Johannes Lichdi (Bündnis90/die Grünen) zu Uwe Leichsenring (NPD). Und das war, nach meiner Ansicht, noch sehr förmlich und zurückhaltend ausgedrückt.

Volksverhetzende Äußerungen in Landtagssitzung

In einer von der NPD beantragten Debatte zu den Ausschreitungen am 1. Mai in Leipzig äußerte sich Leichsenring und kritisierte zunächst zusammenhangslos, wie die Tatverdächtigen um die Schlägerei mit einem »Neger, oder nicht? Es war doch ein Neger!« (Zitat Leichsenring) in Potsdam per Hubschrauber zum Verhör nach Karlsruhe geflogen wurden.
Würde man jeden linksextremistischen Täter so abführen wollen, bräuchte man mehrere Hubschrauber, ja ganze Sonderzüge.

Auf den Zwischenruf von Peter Porsch (PDS):

»Es gab schon mal Sonderzüge – mit Zügen kennt ihr euch ja aus«

antwortete Leichsenring:

»Jaja, manchmal wünscht man sie sich wieder, wenn ich manche so sehe«

Leichsenring war daraufhin von der Debatte und später den nächsten 3 Landtagssitzungen ausgeschlossen worden. Die 9-köpfige Fraktion der NPD verließ danach geschlossen »aus Protest« den Saal.
Soll’n die sich doch »aus Protest« verkriechen und ganz weg bleiben. Stört sicher keinen.

Porsch fühlte sich von der Aussage Leichsenrings bedroht: Dieser habe deutlich gemacht, was er mit »uns allen machen würde, wenn er könnte«.

Leichsenring selbst hatte als Ausrede, dass er sich nicht auf die Transporte der Juden in Konzentrationslager während der NS-Zeit bezog.

Was für Sonderzüge könnte Herr Leichsenring wohl sonst gemeint haben?
a) nach Pankow
b) zur Loveparade
c) Vogelsonderzüge
d) Schienenersatzverkehr auf Schienen
e) Feuerwehrsonderzüge
f) zur Fifa WM 2006™

Links & Quellen:

  • eigene Erinnerung nach hören des O-Tons — falls jemand Links dazu hat, bitte, gerne.

Gedenken an den Reaktorunfall von Tschernobyl

26.04.2006 | 13:34 Uhr | von Dominic

In Kiew und anderen Städten der ehemaligen Sowjetunion finden heute Gedenkfeiern zum 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl statt.

Die auch heute noch sicht- und messbaren Auswirkungen sollten Grund genug sein, dass auch wir wenigstens kurz den noch ungeklärt zahlreichen Opfern gedenken und uns der Gefahren einer Technologie, die technisches oder menschliches Versagen und vorallem Nachlässigkeit grenz- und generationsübergreifend bestraft, erinnern.

Dieser Unfall brachte für die Ukrainische Stadt Tschernobyl unrühmliche Bekanntheit und machte sie zum Synonym für Verstrahlung.

Der Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl von 1986 zählt zu den verherendsten Unfällen im Rahmen der zivilen Nutzung von Kernenergie. Die Unfälle um Majak werden als noch größer eingeschätzt.

Sehr empfehlenswert in diesem Rahmen ist ist die Photoserie Nuclear Nightmares, die ich vorallem starken Befürwortern und Lobbyisten ans Herz lege.

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