Gas-Explosion: keine Verletzten, nichtmal Tote

21.12.2007 | 16:08 Uhr | von Dominic

Die Gas-Explosion im Eichborndamm vom 19.12. in Reinickendorf ist glücklicherweise relativ glimpflich verlaufen.
Entgegen extrem komischen und reißerischen Überschriften von drittklassigen Berliner Blättern, nach denen man einen Geisteskranken Racheakt mit gezielter und erfolgreicher Tötung der Nachbarn im zweistelligen Bereich vermuten könnte, gab es außer dem Verursacher, der nur leicht verletzt wurde, keine weiteren Verletzten. Tote im übrigen auch nicht. Wäre so kurz vor Weihnachten/Sylvester aber schon eine »knaller«-Überschrift gewesen.

Ich würde mir bei solchen Sachen auch manchmal wünschen, dass dahergelaufene Nachbarn ihre Schnauzen nicht gleich in die nächstbeste Fernsehkamera halten und irgendwelche Sachen erzählen, die sie selbst nur vermuten, nur um überhaupt mal was gesagt zu haben in ihrem Leben. 15 Seconds of fame. Scheißegal wofür.

Dass man eine Wut auf so einen »irren verbitterten Rocker« (von der Frau verlassen) hat, wenn nebenan das Dach wegfliegt, und einem selbst die Scheiben raus, kann ich schon nachvollziehen. Aber man kann auch einfach froh sein, wenn es nichtmal Verletzte gab.

Dem Verursacher (Kurier: »Explosions-Irrer«) war zum 12.12. nach Ankündigung wegen Zahlungssäumnis das Gas abgestellt worden.

Berliner Kurier: Ein kleiner Trost für die Nachbarn: Der Täter verbringt die Feiertage in U-Haft
Das stimmt so nicht: Nachdem er die Manipulation der Leitung um seine Heizung wieder in Gang zu setzen zugab, wurde er vom Haftrichter aus U-Haft wieder auf freien Fuß gesetzt. Sagen jedenfalls andere Quellen. Dort steht auch was von »betrunken bei der Festnahme«, aber »irrer Rocker – wollte er sich töten, weil ihn seine Frau mit dem Baby verließ?« liest sich doch gleich ganz anders als »besoffener Klassikfan« oder »angeheiterter« Volksmusikant«.

Kalte Wohnung ist im Übrigen nicht schön. Leider vermute ich, dass es solche — oder ähnliche — Überschriften in Zukunft öfter zu lesen geben wird.
Stetig anziehende Energiepreise mit gleichzeitig steigender Durchschnittsverschuldung lassen diesen Schluss leider zu.

  • selbst bei bild.de steht mehr richtiges
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Passant von Kurier erschlagen

01.11.2007 | 18:43 Uhr | von Dominic

Meine Glückwünsche für eine extrem reisserische Überschrift, die denen von BILD-Zeitungsimitaten aus Fernsehserien in nichts nachsteht, gehen heute an den Berliner Kurier:

Zu lange gebadet — Frau von Ehemann ermordet.

Oder so ähnlich, jedenfalls sehr auf’s Wesentliche reduziert.
Ich war so erschlagen, da hab ich den genauen Wortlaut auf dem Weg nach Hause vergessen.

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