Ich bin ein Pfannkuchen. Oder ein Berliner?

22.08.2005 | 15:49 Uhr | von Dominic

Ich bin ein Berliner
J.F.K: »Isch bin ein Bearleener«

Am 26. Juni 1963 hielt John F. Kennedy vor dem Rathaus Schöneberg eine berühmte Rede, aus der ein allseits bekanntes Zitat hervorging:

Two thousand years ago the proudest boast was civis Romanus sum. Today, in the world of freedom, the proudest boast is Ich bin ein Berliner. ...
And, therefore, as a free man, I take pride in the words Ich bin ein Berliner.


Handschriftliche Notiz in Lautschrift: Ish bin ein Bearleener | kiwis Romanus sum | Lust z nach Bearleen comen

Um dieses Zitat regt sich im englischsprachigen Bereich eine “Jelly Doughnut” Urban Legend und Diskussionen darüber, dass dieser Satz nicht richtig übersetzt wurde und sich Deutsche darüber lustig machen würden.
Ich muss zugeben, diese Theorie ist widerum sehr amüsant und war mir bis vor kurzem gänzlich unbekannt.

Einige Leute sind vollen Ernstes der Ansicht, man könnte und würde den Satz “Ich bin ein Berliner”, der von einem amerikanischen Präsidenten vor einer großen Menschenmenge im geteilten Berlin in eine Rede eingebaut wird, falsch verstehen – nämlich als “Ich bin ein gefüllter Pfannkuchen” (so heißen “Berliner” nämlich in Berlin) bzw. “Ich bin ein Krapfen” oder “Ich bin ein Kräppel” (Süddeutschland) oder “Ich bin ein Berliner Ballen”.

Wie so oft scheinen hier Sprachwissenschaftler die Sprache besser zu kennen, als Muttersprachler oder in Berlin Aufgewachsene.

Diese Urban Legend ist schon alleine weil Berliner »Pfannkuchen« zu eben dieser süßen Speise sagen ziemlicher Unsinn und höchstens gut um ein amerikanisches Sommerloch zu füllen.

Ich war natürlich bei der Rede selbst nicht dabei, aber Zweifler sollten sich einmal die Rede anhören, an der anstatt Gelächter jubelndern Beifall zu hören ist.

Wie übersetzt man 'sense of humour' nochmal?

Von Gast (nicht überprüft) | 23 Februar, 2007 - 22:03 |
Wievent's picture

Wie ich regelmäßig mit US amerikanischen Touristen erfahre, denken tatsächlich die allermeisten Amerikaner, dass President John F. Kennedy gesagt habe:

"Ich bin ein Berliner" = "I am a donut"

Natürlich haben auch die meisten der Amerikaner einen "sense of humour".

Von Wievent | 24 Februar, 2007 - 15:21 |
Ich bin eine Bockwurst… Von Gast (nicht überprüft) | 26 September, 2007 - 19:20 |

Most English-speakers seem to think that Kennedy made some kind of blooper, but as far as I can see he did not. I can say "I am Australian" or I can say "I am an Australian". Kennedy chose the better phrase as he was drawing a parallel to the ancient "Civis Romanus sum" - "I am A Roman citizen" bzw a citizen of the world.

Von Gary Courtney (nicht überprüft) | 28 Februar, 2008 - 07:36 |

Gary: Actually, "Ich bin Berliner" would have been wrong because it would have meant "I'm from/live in/was born in Berlin". Kennedy used exactly the right German phrase, and that's why Germans like me consider the "legend" around the quote just silly.

Von Jan van Werth (nicht überprüft) | 12 März, 2008 - 01:43 |

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