Ehrlich gesagt war ich, nachdem ich das All-Nations-Festival gestern zum ersten Mal besucht habe, etwas enttäuscht.
Zum einen machte sich eine Unzufriedenheit unter den Besuchern breit, weil diese teilweise 40 Minuten oder länger auf den Bus-Shuttle warten mussten. Dies lag wahrscheinlich an einer nicht besonders gut durchdachten Organsitation, denn teilweise hielten 4 Busse auf einmal an einer Haltestelle, obwohl nur 6 im Einsatz waren.
Viel mehr aber ärgerete mich das Verhalten und die Einstellung einiger Besucher zu diesem Festival.
Ich hatte zum Teil das Gefühl, sie seien nicht an der Botschaft selbst oder an der Kultur des jeweiligen Landes interessiert, sondern vielmehr an den Getränken, dem Essen, den Postern, den Bonbons – kurz gesagt: an allem, was umsonst war!
Einige stopften sich die Tüten mit Info-Material, welches z.B. über die Gesellschaft oder beliebte Reiseregionen informierte. Allerdings bezweifel ich stark, dass sie dies jemals alles durchlesen werden. Aber hauptsache es war umsonst.
Manola posiert in der slowenischen Botschaft
Einige Botschaften, wie z.B. die von Nicaragua, Panama und Guatemala haben die Veranstaltung kommerzialisiert, indem die Botschaft von Guatemala – übrigens anders als angekündigt, die einzig zugängliche der 6 beteiligten lateinamerikanischen Länder – einer einzigen Verkaufsausstellung glich.
In jedem(!) Raum lagen Kissenbezüge, Stoffe oder Postkarten aus, die zum Verkauf angeboten wurden.
Sogar die Bilder an den Wänden waren allesamt mit Preisschildern versehen!
“Verkaufsveranstaltung” in der Botschaft von Guatemala
Trotz alledem habe ich den gestrigen Tag nicht nur negativ in Erinnerung.
Es war beeindruckend zu sehen, wie verschieden die Botschaften eingerichtet sind. Man konnte das Land “in dem man sich gerade befand”, oft an der Inneneinrichtung erkennen.
Auch die Gastfreundschaft in vielen Botschaften war erstaunlich – man wurde nett empfangen und hatte in der Botschaft von Guinea sogar die Möglichkeit mit dem Botschafter persönlich zu sprechen und diesem Fragen zu stellen.
Gastfreundschaft in der Botschaft von Marokko: Tee und Henna-Tattoos

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