Beim Berlin Festival (2009)

08.08.2009 / von Dominic

Schon beim Gang durch die große Eingangshalle merkt man: Die Location passt. Ein bisschen wirkt es auf mich wie ein Themen-Restaurant, wie man die Tickets am Check-In-Schalter abholt, das Line-Up auf der Abflugtafel angezeigt wird.

Anzeigetafeln beim Berlin Festival

Als Lounge dient ein Bereich, der scheinbar vorher auch eine Lounge war, mit alten Ledersesseln. Das ganze ist Retro, aber trotzdem authentisch. Eine der Bühnen (und die Mobile Disco) ist zwar draußen, aber trotzdem überdacht. Ersteres ist sehr schön, weil es wirklich warm ist. Zweiteres hätte im Fall eines Schauers dann wohl auch etwas Schutz geboten.

Berlin Festival

Die Beschilderung der Wege könnte jedoch besser sein. Die Airbase One, wo der Karreraklub aufgelegt hat, habe ich im Grunde nur durch Zufall gefunden:
Am Ende der Haupthalle gehen Treppen nach rechts und links ab, von wo man ins ehemalige Restaurant gelangt. Den Weg haben den Abend über aber nur sehr wenige gefunden.

Die Main Stage ist zum Lärmschutz in einem Hangar untergebracht worden, was sich soundtechnisch nicht als so optimal herausstellt. Es ist laut und hallt, und ich verstehe kein einziges Wort von dem, was Dendemann da rappt oder zwischendurch sagt. Zum Glück habe ich Ohropax dabei, was sich als sehr gute Idee herausstellt: Erstmal ist es eh wirklich recht laut, man tut seinen Ohren also etwas gutes. Zum anderen verbessert es das subjektive Musikempfinden. Ich schätze die stark am Echo beteiligten Frequenzen werden dadurch geschluckt. Aber ich habe keine Ahnung. :)

Moderat beim Berlin Festival

Highlight für mich waren natürlich Moderat. Die sehr reduzierten Visuals der Pfadfinderei kommen in ganz groß wirklich gut rüber und musikalisch sind Moderat natürlich top. Meine Lieblingszene ist, wie Apparat eine Gitarre hält und live ins Mikro säuselt. Von elektronischen Acts ist man sowas ja mal garnicht gewohnt. :)

Auch ganz toll: Zum Abschluß des Abends kann man nach vielleicht nur 10 Minuten Heimweg in sein schönes Bettchen fallen, am nächsten Morgen duschen und in Ruhe frühstücken. Und dann geht's weiter.

Ein kleines bisschen negativ fällt wohl noch der Preis auf: Von meinen Bekannten, die dort waren oder noch hingehen werden, haben soweit ich weiß die meisten Akkreditierungen oder durch Umwege günstigere Tickets bekommen. Die restlichen Male war generell ein "würde kommen, aber ist zu teuer" zu hören. Wobei das vielleicht auch ein Bisschen zeigt, wie verwöhnt wir hier in Berlin sind. Wer die Wahl hat, hat ja auch die Wahl.

Kommentare zu diesem Artikel:

Ich fand den Sound in der Halle eeeeecht schrecklich...schade um die ganzen tollen Bands, die auch heute noch kommen.
Habe auch die Erfahrung gemacht, dass es mit Oropacks besser ging.
Finde dass man die Halle für die Mainstage noch viel besser hätte präparieren können (Tücher, Abhängungen, irgendwelche "schallbrechende" Paappbauten...dann hätte man Lärmschutz und Soundqualität viel. doch unter Einklang bringen können).

Ich persönlich fande es echt schade, dass so viel drinnen stattfand (auch die Second Stage war ja gefühlt drinnen)...es ist immerhin ein Festival...drinnen kann ich im Winter genug tanzen gehen... ;)

Den Airbase-Floor habe ich z.B. auch nicht gefunden... :(

Für echte Festivalfreunde ist das festival aber Location- und Soundtechnisch eine herbe Enttäuschung...

Na ja, bin gespannt auf heut Abend.

Grüße

Von direkteingabe | 8 August, 2009 - 14:26 |

Es hätte sooo schön werden können, wenn wir vor lauter Schall im Main Hangar was hätten hören können. Die Kulisse ansich ist genial, das alte Flughafengebäude, ein scheinbar riesiges Gelände… und ich hatte mich echt aufs Line Up gefreut. Und was gibts: Absperrng und so wenig Schalldämmung, dass man null hört von der Musik. Werde heute Abend mit gemischten Gefühlen (und ein ganz klein wenig Hoffnung) hingehen.

Von Hauptstaedterin | 8 August, 2009 - 16:37 |
[...] stadtkind: Beim Berlin Festival (2009) Share this! [...] Von direkteingabe » Berlin Festival 2009 – d | 10 August, 2009 - 20:46 |

Generell berechtigte Kritik, aber als Erklärung erscheint es mir wichtig zu erwähnen (ohne damit eine bloße Rechtfertigung zu liefern), dass die Verlegung der Mainstage vom Rollfeld in den Hangar, einzig dem Umstand geschuldet war, dass es kurzfristig zu weiteren Auflagen hinsichtlich Vermeidung von "Lärmbelästigung" aufgrund einer Bürgerinitiative (vor allem des Wohngebiet jenseits des Rollfelds, trotz mind. 3km Entfernung!) gegeben hat, die die eh schon schwierigen Voraussetzungen für das Gelingen der FESTIVAL- & LIVE/KONZERT-PREMIERE in Tempelhof zusätzlich erschwerten! Wenn man bedenkt, dass die hieraus resultierenden neben den durch die Örtlichkeit eh zu bewältigenden Problemstellungen innerhalb weniger Tage zu bewältigen waren und für den Aufbau gerade einmal 36 Stunden zur Verfügung standen, finde ich das Ergebnis (trotz Einschränkungen hinsichtlich Sound der Mainstage und suboptimaler Geländenutzung) eigentlich durchaus beachtlich.
Essentielles Anliegen der Veranstalter (bestehend aus den Gründern und deren Verstärkung durch das MELT!-Team) war es ja eh, eine Grundlage für langfristige Perspektivplanungen hinzubekommen, auf die sowohl wirtschaftlich wie auch inhaltlich AUFGEBAUT werden kann. Und dies darf/sollte doch durchaus als "GELUNGEN" bezeichnet werden, oder?

Von Gast | 13 August, 2009 - 00:02 |

Ich hoffe, dass aus den Fehlern aus dem letzten Jahr gerlernt wurde und vor allem das Soundsystem den Hangars angepasst wird. Im Juni soll es dort auch noch eine Veranstaltung mit Westbam, Ostfunk und Electro Ferris geben. Weiß ja jemand genaueres?

Von Philipp | 25 April, 2010 - 14:30 |

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