re-publica: ohne uns

Erstmal: Herzlichen Glückwunsch zum Erfolg der Blogger-Tagung re:publica. Mit rund 700 Besuchern ist sie damit etwa doppelt so erfolgreich wie von den Veranstaltern vermutet.

Die »Messe« ist also nicht komplett an mir vorbei gegangen; irgendwo sehe ich mich aber nicht dazu hingerissen, dort hinzugehen (natürlich habe ich auch garkeine Zeit ;) ).
Erstmal: Für 60€ kann ich mich an 3 Tagen auch gut anders amüsieren (nach getaner Arbeit). Tageskarten gibt es zwar auch (davon habe ich aber erst durchs Radio anstatt durch die Website erfahren), aber sehr begrenzt.

Die Vortragsthemen finde ich größtenteils irgendwie… unspannend (Lesungen erst recht). In 30 Minuten kann man ein Thema halt nur anreißen. Trolle im Internet — ja, es gibt sie, jeder hat schonmal einen gesehen (oder gespielt), und mehr interessiert mich das irgendwie auch nicht.
Und Geld verdienen mit Blogs da glaube ich im deutschsprachigen Raum (ohne eine Schar von kostenlos arbeitenden Praktikanten) nicht wirklich dran. Wenn ein Herr Basic (mit einem der populärsten Blogs) da gerade mal auf 800€ im Monat kommt — dann kann sich der (inhaltlich vielleicht garnicht schlechte) Rest die Chancen ja mal selbst ausrechnen.
Wie es nach der Web 2.0-Blase (die ja mal wieder im vollen Gang der Aufblähung ist) aussieht, garnicht mal zu reden. Aufträge durch Blogs als Selbstvermarkung ist natürlich was anderes. Das kann sich durchaus rechnen.

Die Berichterstattung ist dementsprechend inhaltslos: »Weblbogger treffen sich zu Konferenz« um über ihr Leben im Netz zu reden. Ja, toll.
Zahnärzte treffen sich, um über ihr Leben in der Praxis zu reden, und neue Prophylaxestudien vorzustellen. Spannend. Vorallem für Zahnärzte.
Hundehalter treffen sich im Park, um über ihr Leben als Futterversorger zu philosophieren. Uiuiui.
Pflanzenfreunde treffen sich im Garten, um über ethische Etikette zu diskutieren. Darf man bedenkenlos Rosen aller Farben kreuzen, oder ist das geschmacklos? Mh.
Ist das abwertend gemeint? Nein.

Vermutlich fühle ich mich einfach nicht »Blogger« genug, um da zu euphorieren.
Scheint aber nicht nur mir am Arsch vorbei zu gehen.